Laut Harm ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Personalvermittlungsagenturen, in intelligente Technologien zu investieren. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Vermittlung von Fachkräften weiß Harm van Wichen wie kein anderer, was auf dem Personalbeschaffungsmarkt vor sich geht. Als kaufmännischer Leiter und Mitinhaber von Job Personeelsmakelaar leitet er das Vertriebsteam und pflegt engen Kontakt zu den Kunden. In diesem Artikel teilt Harm seine Sichtweise zum Einsatz von Daten, KI, WhatsApp und Recruitment Marketing Automation (RMA) in der Personalvermittlungsbranche.
Daten als Grundlage: "Wir messen die gesamte Talentreise"
Bei Job Staffing Agency spielen Daten eine wesentliche Rolle in den täglichen Prozessen. Harm sagt: "Wir messen eigentlich alles. Von dem Moment, in dem sich ein Kandidat bewirbt, wie lange es dauert, bis er zum ersten oder zweiten Vorstellungsgespräch geht, bis hin zu der Zeit, die vergeht, bis ein Angebot gemacht wird. Auf diese Weise bilden wir die gesamte Talentreise ab und wissen genau, wo wir Anpassungen vornehmen müssen."
Die wichtigsten KPIs? Für Harm steht einer ganz oben auf der Liste: die Qualität der Vermittlungen. "Wir wollen so viele Mitarbeiter wie möglich vermitteln, die schließlich in die Stammbelegschaft unserer Kunden wechseln. Das ist der Maßstab für unseren Erfolg."
KI in der Personalbeschaffung: "Unterstützen, nicht ersetzen"
Dass künstliche Intelligenz in der Personalvermittlung Einzug hält, sieht Harm als logische Entwicklung. Aber er ist auch nüchtern, was KI kann und was nicht: "KI hilft uns, den Prozess zu beschleunigen und genauer zu machen - zum Beispiel, wenn es um die Erstellung eines Lebenslaufs oder die Korrektur von Sprachfehlern geht. Ich sehe KI vor allem als intelligenten Assistenten, der den Kundenbetreuer entlastet". Gleichzeitig ist Harm der Meinung, dass KI niemals einen vollständigen menschlichen Kontakt ersetzen kann. "Beim Matching geht es um mehr als nur um Schlüsselwörter. Es geht um Kultur, DNA, darum zu wissen, wer Ihr Kunde ist und was einen Kandidaten wirklich glücklich macht. Dieser menschliche Faktor bleibt meiner Meinung nach unverzichtbar."
Höhere Konvertierung durch den Einsatz von WhatsApp
Viele Personaldienstleister nutzen WhatsApp als zusätzlichen Kanal für erste Auswahlanfragen. Auch bei Job Staffing Agency ist dieses Tool mittlerweile zentral für die Kontaktaufnahme mit Kandidaten. Harm stellt fest: "Wir sehen eine viel höhere Konversionsrate als bei E-Mail. Unsere Zielgruppe - technische Fachkräfte in Führungspositionen - ist sehr aktiv auf WhatsApp und antwortet schneller über diesen Kanal. Außerdem erspart es uns eine Menge Telefonate, weil die Leute heutzutage ohnehin nicht mehr so oft zum Telefon greifen."
Wichtig ist, dass WhatsApp kein "alleinstehendes Tool" bleibt. "Wir haben WhatsApp mit unserem ATS verknüpft, so dass die gesamte Kommunikation übersichtlich gespeichert ist. Auf diese Weise behalten wir den Überblick und alles bleibt Teil eines integrierten Prozesses."
Die Macht des eigenen Talentpools: "Aktivieren Sie Ihre Datenbank!"
Bemerkenswert ist, dass viele Agenturen immer noch den externen Markt als Hauptquelle für Bewerber sehen. Dabei ist ihr eigenes ATS oft voll mit potenziellen Kandidaten. Laut Harm liegt der Unterschied in der Zeit und Aufmerksamkeit, die erforderlich ist, um einen latenten Kandidaten zu erreichen. "Die externe Rekrutierung liefert oft schnellere Ergebnisse, da es sich um aktive Arbeitssuchende handelt. Ein Kandidat in Ihrer Datenbank ist vielleicht schon eine Weile 'kalt'. Sie müssen also Zeit investieren, um ihn oder sie 'aufzuwärmen' und wieder zu begeistern.
Genau hier kommt Recruitment Marketing Automation (RMA) ins Spiel. "Mit RMA können Sie automatisierte Nachrichten versenden, aber nicht nur Stellenausschreibungen. Es geht um relevante Inhalte, an denen Ihre Zielgruppe wirklich interessiert ist. Dazu muss man sich im Vorfeld mehr Gedanken machen, z. B. Personas erstellen, den Bedarf ermitteln usw., aber auf lange Sicht baut man sich auf diese Weise einen warmen Talentpool auf. Und das ist Gold wert: Diese Kandidaten sind noch nicht von Ihren Konkurrenten angesprochen worden."
"RMA entlastet uns und macht Marketing zu einem integralen Bestandteil der Rekrutierung"
Job Staffing Agency glaubt an die Kraft des integrierten Marketings und an den Einsatz von RMA. "Wir setzen Videos ein, erstellen spezielle Landingpages für Kunden und konzipieren Inhalte je nach Zielgruppe. Anschließend automatisieren wir den Versand und das Follow-up dieser Inhalte. Auf diese Weise entlasten wir die Recruiter, die sich dann auf den persönlichen Kontakt konzentrieren können, wenn ein Kandidat echtes Interesse zeigt." Für Harm ist RMA daher ein Muss, vorausgesetzt, man verfügt über eine hochwertige Datenbank. "Je besser man die Daten seines Talentpools in Ordnung hat, desto gezielter kann man mit RMA arbeiten. Das System überwacht, wer welche Inhalte ansieht, und sendet Signale an den Kundenbetreuer. Auf diese Weise müssen Sie nicht manuell in Ihrem ATS 'wühlen'."
Harm van Wichen sieht nicht nur Chancen in automatisierten Prozessen, sondern betont auch die Bedeutung einer persönlichen Ansprache. "Das Vereinbaren von Terminen kann automatisiert werden, aber das erste Gespräch ist immer menschlich. Ein solcher persönlicher Kontakt ist notwendig, um eine Übereinstimmung von Gefühl und Kultur herzustellen. Das kann kein System übertreffen."
Jetzt in Technologie investieren: "Seien Sie flexibel und wagen Sie einen Versuch"
Der Markt verändert sich rasant, und laut Harm ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in Daten, KI und Automatisierung zu investieren. "Lassen Sie die Technologie für sich arbeiten. Probieren Sie verschiedene Lösungen aus, aber treffen Sie fundierte Entscheidungen. Sie können nicht alles auf einmal einführen. Es ist auch wichtig, dass Sie Ihre Mitarbeiter bei diesen Veränderungen mitnehmen. Sie müssen die Erfahrung machen, dass die Technologie sie unterstützt, anstatt sie zu ersetzen.
Ein letzter Tipp von Harm für andere Personalvermittler? "Investieren Sie in skalierbare, flexible Technologie und wagen Sie es, Pionierarbeit zu leisten. Das traditionelle Rekrutierungsmodell funktioniert nicht mehr immer in einer Welt, in der Kandidaten über WhatsApp und TikTok gefunden werden können. Wenn Sie jetzt innovativ sind, sind Sie der Konkurrenz immer einen Schritt voraus."

Über den Experten
Harm van Wichen ist kaufmännischer Leiter und Miteigentümer von Job Staffing Agency. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der technischen Arbeitsvermittlung kennt er den Personalvermittlungsmarkt wie kein anderer.
Seine fundierten Branchenkenntnisse und sein ausgeprägter kaufmännischer Scharfsinn machen ihn zu einem strategischen Gesprächspartner für Kunden und Kollegen gleichermaßen. Bei Job Personnel Broker ist Harm für die Leitung des kaufmännischen Teams verantwortlich und steht täglich in engem Kontakt mit den Kunden, um dauerhafte Partnerschaften zu erreichen. Sein Ansatz ist persönlich, zielorientiert und immer mit einem Auge für die richtige Übereinstimmung zwischen Bewerber und Unternehmen.




