Vom KI-Hype zu den Auswirkungen | Rückblick auf das MrWork AI Trends Event

Am 5. Februar war das Hotel nhow voll mit Kunden, Partnern und anderen Interessenten, die eine gemeinsame Frage hatten: Was bedeutet KI wirklich für die Personalbeschaffung, heute und morgen? Während derVeranstaltung "Recruitment AI Trends in action" teilten wir die besten Erkenntnisse aus dem MrWork AI Trends Report 2026 und ließen uns in den Sessions von Leon Buijsman (CEO Ubeeo) und Friso Visser (KI-Trainer und Referent) inspirieren. Ein Nachmittag voller Inspiration, praktischer Beispiele und spannender Diskussionen über die Zukunft der Personalbeschaffung.

KI im Recruiting funktioniert nur, wenn sowohl Recruiter als auch Kandidat gewinnen

Mees beginnt den Nachmittag mit einem tiefen Einblick in die Ergebnisse des MrWork AI Trends Report 2026. Dieser zeigt, dass fast alle Arbeitgeber bereits KI für die Personalbeschaffung nutzen (90 %) und dass 81 % dies bis 2026 durch zusätzliche Investitionen in KI-Technologie verstärken werden.

Gleichzeitig sieht Mees eine große Herausforderung: "Viele KI-Lösungen reden zwar, hören aber nicht wirklich zu. Ihnen fehlt der Kontext über das Unternehmen, den Kandidaten und den Prozess. Man spart vielleicht Zeit, aber wenn sich die Erfahrung der Bewerber nicht verbessert, hat man am Ende nichts gewonnen."

Genau aus diesem Grund hat MrWork den AI Hub entwickelt: ein KI-Kollege, den Sie selbst anhand Ihres eigenen Kontexts, Ihrer Prozesse und Daten trainieren.

Vom KI-Hype zu den täglichen Auswirkungen

Leon Buijsman, CEO von Ubeeo und Co-Moderator des Podcasts "Erfolgreiche Rekrutierung mit KI", übernimmt den Staffelstab und kommt direkt auf den Punkt: "Die Wirkung von KI ist in vielen Unternehmen noch begrenzt, weil sie nicht strukturell in die Prozesse integriert ist. Das Feststecken in separaten Experimenten mit ChatGPT oder anderen Tools führt zu fragmentierten Prozessen, unzuverlässigen Daten und Frustration bei den Recruitern."

Nur wenn Sie KI richtig in Ihre Prozesse integrieren, werden Sie die Vorteile ernten - so seine Botschaft. Dabei fungiert das ATS als "Bank" für alle Bewerberdaten. Alles, was KI-Tools tun - vom Sourcing bis zum Screening - sollte sich in Ihrem ATS widerspiegeln. "Diese Verbindung zwischen der KI-Technologie und Ihrem ATS ist unerlässlich", sagt Leon.

Friso Visser, Dozent für Rekrutierung, Employer Branding & KI an der Akademie für Arbeitsmarktkommunikation und Mitbegründer der Nationalen Akademie für KI, geht auf diese Themen ein. Er erklärt, dass KI nur funktioniert, wenn sie zu Ihrer Vision, Ihren Prozessen und Ihrem Reifegrad als Unternehmen passt. Hier hapert es laut Friso oft: "Viele Unternehmen befinden sich noch in der Phase des Interesses und des Experimentierens, während sie bereits Tools kaufen, die einen höheren Reifegrad erfordern."

Ein Thema, dem Friso besondere Aufmerksamkeit schenkt, ist die KI-Kompetenz. Mitarbeiter müssen nicht nur wissen, was KI leisten kann, sondern auch, was nicht erlaubt oder unerwünscht ist. Friso erklärt: "Das ist schon lange kein Nice-to-have mehr. Nach dem KI-Gesetz sind Unternehmen sogar verpflichtet, ihre Mitarbeiter in KI-Kenntnissen zu schulen."

Wohin bewegen wir uns mit KI in der Personalbeschaffung?

Mit den rasanten Entwicklungen in der KI könnte die Zukunft schon heute anders aussehen als heute. Hier sind die Entwicklungen, von denen sich unsere Referenten in naher Zukunft viel versprechen:

  • "Setzen Sie KI-Agenten ein, die Ihr Unternehmen verstehen, sich gut auf die Kandidaten einlassen können und somit einen echten Nutzen bringen. Erst wenn KI sowohl für den Recruiter als auch für den Kandidaten einen Gewinn bringt, sollten Sie ernsthafte Schritte unternehmen." - Mees van Velzen
  • "Man sollte nicht alles von KI übernehmen lassen, sondern genau wissen, wo man eingreifen will. Bei der Planung von Vorstellungsgesprächen und der Bewerberkommunikation über WhatsApp kann KI bereits sehr wirkungsvoll arbeiten, wenn sie richtig eingebettet wird." - Leon Buijsman
  • "Zwei große Trends, die einen großen Einfluss haben werden, sind GEO (Generative Engine Optimisation) und Zero-Click-Bewerbung. Bei der Zero-Click-Bewerbung antworten die Kandidaten über KI-Schnittstellen, ohne jemals eine Jobseite gesehen zu haben. Dies erfordert eine grundlegend andere Sichtweise auf Employer Branding und Candidate Journeys." - Friso Visser

Was die Besucher mitnehmen

Wir beenden den Tag mit einem Drink im Panorama-Restaurant mit Blick auf die Erasmus-Brücke. Hier werden neue Kontakte geknüpft, Ideen ausgetauscht und Diskussionen über die KI-Trends und Möglichkeiten für 2026 geführt.

Esmée Maton, Leiterin des Recruitment Marketing Teams bei Haskoning, ist der Meinung, dass intelligente KI ihrem Unternehmen viel bringt: "KI ist in unserem Team bereits unverzichtbar. Wir nutzen Microsoft Copilot und den MrWork AI Hub intensiv und erkunden die nächsten Schritte. Dank des AI Hubs können wir genau sehen, was KI bereits gut macht und wo wir noch nachbessern können. Es ist sehr schön, dass wir das jetzt selbst verbessern und testen können. So wird die KI intelligenter und kann besser auf die Bedürfnisse der Bewerber eingehen."

Annelieke Nottrot, Employer-Branding-Spezialistin bei Van Oord, setzt auf ein gutes Gleichgewicht zwischen Technologie und menschlichem Kontakt: "KI wird in der Personalbeschaffung immer wichtiger, aber damit einher geht ein wachsender Fokus auf Menschlichkeit. Es geht um das Gleichgewicht: Technologie unterstützt, Menschen treffen Entscheidungen. Letztendlich bleibt der persönliche Kontakt essentiell - schließlich arbeiten Menschen mit Menschen."

Mit neuen Erkenntnissen, konkreten Ideen und wertvollen Gesprächen gingen alle nach Hause. Eines war glasklar: KI in der Personalbeschaffung ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern erfordert jetzt bewusste Entscheidungen und vor allem: Handeln!

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